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Trivialliteratur ist besser als ihr Ruf
Leichte Unterhaltungsliteratur, die auch als Trivialliteratur bekannt ist, erfreut sich durchgehend seit vielen Jahren großer Beliebtheit. Interessant ist die Betrachtung von Unterhaltung als ästhetischem Phänomen. Schon Horaz gab zu bedenken, dass Dichtung nicht ausschließlich nützen, sondern auch erfreuen solle, woraus sich eine Diskussion unter Gelehrten entwickelte, die im Wesentlichen bis heute anhält.
Was ist trivial?
Die größte Schwierigkeit bei der Auseinandersetzung mit Trivialliteratur ist die Definitionsfrage, die untersucht, was genau Unterhaltung eigentlich ist und wie sie sich exakt zur Nicht-Unterhaltung abgrenzen lässt. Unterhaltung biete dem Leser zwar ein gewisses Erfahrungspotential an, so lauten einige Annahmen, jedoch erzwinge sie nicht auch automatisch das Realisieren der Erfahrung. Im Vordergrund stehen vielmehr Abwechslung, Unbeschwertheit und dass das Erzählte interessant und einzigartig ist. Unterhaltung anhand von objektiven Kriterien zu definieren, ist deshalb problematisch, weil dabei auch immer die subjektive Rezeption berücksichtigt werden muss. Was den einen prächtig unterhält, kann für den anderen sterbenslangweilig sein und umgekehrt.
Leichte Unterhaltung
Grundsätzlich handelt es sich bei Trivialliteratur jedoch um etwas Leichtes und Unangestrengtes, der Leser muss keine allzu große Mühe oder Arbeit investieren. Und in der Kritik kommt immer wieder die Frage nach der Wertigkeit dieser Art der Literatur auf. Von literarischem Kitsch ist die Rede und leichte Unterhaltungsliteratur wird von vielen Kritikern und Intellektuellen als minderwertig und geradezu schädlich angesehen. Jedoch muss berücksichtigt werden, dass auch literarische Wertigkeiten einem Wandel unterliegen können und in der Geschichte hat es sich häufig gezeigt, dass Autoren, die gestern noch zur schreibenden Elite gehörten, heute als kitschige Trivialschreiber verschrien wurden. In der heute bekannten Form entstand die triviale Literatur im 18. Jahrhundert und durch veränderte Produktionsmethoden konnte sie im 19. und 20. Jahrhundert einem Massenpublikum zugänglich gemacht werden. Dazu trug auch die Ausbreitung der Alphabetisierung und der damit verbundenen Lesefähigkeit bei. Die Schulpflicht wurde eingeführt und nun konnten und wollten auch die einfachen Leute lesen. Doch wollten sie sich nicht mit inhaltlich allzu schwerem Stoff quälen und zogen die leicht konsumierbare und auch billige Unterhaltung vor.
Elemente der Trivialliteratur
Trivialliteratur enthält meist die Elemente Spannung, Rührung und Belustigung, entweder allein oder in einer Kombination. Inhaltlich und formal gibt es meist eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Schematisierung. Von Werk zu Werk wiederholen sich Handlungsmuster, Figuren werden eher klischeehaft dargestellt und auch hinsichtlich der Sprache gibt es wenig Variationsmöglichkeiten. Oft sind die Handlungsverläufe trivialer Bücher recht vorhersehbar, wodurch sie die Leseerwartung erfüllt und diese nicht durchbricht und somit nicht zu Irritationen führt. Gerade diese Verlässlichkeit ist ein Qualitätsmerkmal, das die Leser sehr schätzen. In der Trivialliteratur geht es nämlich häufig um Probleme und Fragen, mit denen sich auch die Leser im realen Leben oft konfrontiert sehen. Hier schafft die Literatur dann eine heile Welt mit einfachen und klaren Lösungen. Trivialliteratur gibt es auch heute noch in Form von Groschenheften, zu denen Arzt- und Liebesromane, jedoch auch Science-Fiction oder Horror gehören. Darüber hinaus gibt es auch triviale Romane, die häufig in Bahnhofsbuchhandlungen zu finden sind. Häufig sind auch Titel der Trivialliteratur in den Bestseller-Listen zu finden, wie beispielsweise die Vampirromane von Stefanie Meyer beweisen oder Erfolgs-Autoren wie Tommy Jaud und Dora Heldt.
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