Belletristik – Bücher für jeden Geschmack

11 Kommentare

Unter Belletristik versteht man im weitesten Sinne Unterhaltungsliteratur. Es handelt sich nicht um eine literarische Gattung, sondern vielmehr um ein Segment des Buchmarktes. Dieses macht den Hauptteil des Gesamtumsatzes aus und aus diesem Grund kommt der Belletristik eine besonders wichtige Rolle zu. Inhalte der Belletristik sind vielfältig und einem ständigen Wandel unterzogen, je nach gesellschaftlichen Trends und Moden.

Verkaufsschlager Belletristik

Der Begriff Belletristik geht zurück auf die französischen „belles lettres“. Im 17. Jahrhundert gab es neben der Fachliteratur der Wissenschaften noch billige Bücher für das einfache Volk und hier etablierte sich nun die „schöne Literatur“, die dann später zur Belletristik wurde und die im Wesentlichen populärwissenschaftliche Bücher, Romane, Memoiren und ähnliches umfasst. Doch Belletristik ist nicht gleichzusetzen mit Literatur und deshalb bezieht sich der Begriff im Besonderen auf den Buchmarkt. Was im belletristischen Bereich gute Verkaufschancen hat, darüber geben die Bestseller-Listen Auskunft. Überregionale Zeitungen und Magazine, Literatur-Zeitschriften, Blogs und Literatur-Sendungen in Fernsehen oder Radio eignen sich besonders gut, um einen Überblick über beliebte Titel zu bekommen.
Von den zahlreichen Neuerscheinungen wird nur die Hälfte der Titel in den Feuilletons der Zeitungen besprochen, dennoch erreichen auch die Übrigen zum Teil recht hohe Verkaufszahlen. Auch andere Informationsquellen werden nämlich von den Lesern genutzt, um sich über Neuerscheinungen zu informieren. Heutzutage haben neben Empfehlungen von Freunden auch die Beurteilungen im Internet einen großen Einfluss auf den Erfolg eines Buches. Im belletristischen Bereich gibt es besonders viele Übersetzungen und die meisten stammen aus dem Englischen. Doch auch andere Sprachen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Dies wird oft beeinflusst durch das jeweilige Länderthema der Frankfurter Buchmesse, denn dieses bewirkt meist, dass aus dem betreffenden Land jeweils mehr Übersetzungen erscheinen als gewöhnlich.

Unterhaltung für die Massen

Früher unterschied man Hoch- und Trivialliteratur. Doch inzwischen hat sich ein Drei-Schichten-Modell durchgesetzt. Demnach gibt es noch eine dritte Kategorie, die Unterhaltungsliteratur, die den Großteil der Belletristik ausmacht. Jedoch sind die Unterscheidungen nicht eindeutig. Englische und amerikanische Autoren haben ein ganz spezielles Talent, den Geschmack des breiten Publikums zu treffen. Und dies auf einem recht hohen Niveau. Da die Märkte an sich größer sind, ist dieses Marktsegment in englischsprachigen Ländern auch wesentlich stärker aufgestellt, gute Autoren haben mehr Möglichkeiten, sich zu entwickeln und zu etablieren. Ein Grund dafür ist die in Deutschland noch immer vorherrschende Zweiteilung in Hoch- und Trivialliteratur. Hier haben Autoren, die intelligente Unterhaltung ohne permanenten Kunstanspruch bieten, nicht so viele Entfaltungsmöglichkeiten. Jedoch reduzieren viele Verlage aus Kostengründen die Übersetzungen fremdsprachiger Bücher, so dass in diesem Bereich auch den heimischen Autoren neue Entwicklungsmöglichkeiten ermöglicht werden.

Merkmale guter Unterhaltung

Im Gegensatz zur Trivialliteratur weist die Unterhaltungsliteratur eine größere thematische und formale Vielfalt auf. Dabei ist sie jedoch nicht so anspruchsvoll und tiefgehend wie die Hochliteratur und sie verzichtet auf allzu gekünstelte Sprache. Doch sind die Grenzen fließend und somit können keine exakten Abgrenzungen definiert werden. Interessanterweise sind viele Autorenteams der Trivialliteratur männlich, während bei der Belletristik viele weibliche Autoren sehr gut am Markt etabliert sind. Zu den bekanntesten und beliebtesten belletristischen Unterhaltungsautoren gehören beispielsweise Michael Crichton, Dan Brown, Charlotte Link, Martin Suter oder Isabelle Allende.

Foto: zimmytws – Fotolia