Literaturklassiker

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Bücher seien nur dickere Briefe an Freunde, sagte einmal der deutsche Schriftsteller Jean Paul. Dass Literaturklassiker für die Literatur eine große Rolle spielen, ist unbestritten. Doch was macht ein Buch zum Klassiker? Nicht allein die Auflage und die Verkaufszahlen, sondern auch der Inhalt. Viele Bücher haben in ihrer Zeit großes Aufsehen erregt, weil sie inhaltlich oder formal etwas besonderes waren. Bisweilen verschwanden sie dann irgendwann wieder in der Versenkung, andere wiederum schafften es, in den Olymp der Literaturklassiker aufzusteigen und sich dort einen Platz zu sichern.

Die frühen Klassiker

Das Erzählwerk Decameron stammt aus der Renaissance vom Italiener Giovanni Boccaccio und erschien im Jahre 1348. Es erzählt die Geschichte von sieben jungen und adeligen Damen, die sich in einer florentiner Kirche treffen, während in der Stadt die Pest fürchterlich wütet. Dann stoßen noch einige Herren dazu und man flieht gemeinsam in ein kleines Schlösschen aufs Land, wo man mit dem Erzählen von Geschichten beginnt. Bereits 1321 erschien die Göttliche Komödie von Dante Aligheri, in der er seine unerwiderte Liebe zu Beatrice verarbeitet. Sie gilt als eines der größten Werke der Weltliteratur überhaupt und hat zahllose Künstler von Tschaikowsky bis hin zu Robbie Williams inspiriert. Der Simplex Simpizius Simplizissimus ist ein abenteuerlicher Schelmenroman aus dem Dreißigjährigen Krieg. Er wurde von Hans Jakob Christoph von Grimmelshausen verfasst und sprüht noch heute vor Witz und Überraschungen.

Von Shakespeare zu Goethe

Im Jahre 1593 erschien dann die wohl bekannteste Liebesgeschichte der Welt: Romeo und Julia von William Shakespeare. Dieser verarbeitete einen uralten Tragödienstoff der italienischen Novellenliteratur. Romeo und Julia lieben einander, doch ihre Familien sind verfeindet und so kann es für die junge Liebe kein glückliches Ende geben. Shakespeare schuf mit Ein Sommernachtstraum, Hamlet oder Was ihr wollte noch weitere bis heute weltbekannte Klassiker. Cervantes’ Don Quijote oder Miltons Paradise Lost sind ebensolche Klassiker der Weltliteratur wie Defoes Robinson Crusoe oder Gullivers Reisen von Jonathan Swift. Im 18. Jahrhundert erregte Johann Wolfgang von Goethe mit den Leiden des jungen Werther, den Wahlverwandtschaften oder dem Faust großes Aufsehen. Bis heute sind diese Werke für die Literatur aber auch für den Film von größter Bedeutung, da sie schon damals universelle Fragen des menschlichen Daseins behandelten, die in immer neuen Variationen auch im 21. Jahrhundert noch Bestand und Gültigkeit haben.

Klassiker sind noch heute aktuell

Natürlich gehören auch die Werke von Heinrich von Kleist, wie der zerbrochene Krug oder das Käthchen von Heilbronn zu den Klassikern deutscher Literatur ebenso wie die Räuber, Wilhelm Tell oder Kabale und Liebe von Friedrich Schiller. Doch auch die neuere Zeit hat bereits ihre Klassiker: So ist zum Beispiel Thomas Mann zu nennen, der mit den Buddenbrooks den Verfall einer Lübecker Kaufmannsfamilie beschreibt. Auch Autoren wie Franz Kafka, Stefan Zweig oder Günter Grass gehören zweifellos zu den Literaturklassikern, da ihre Werke bis heute vielfach zum Schulunterricht und zum Studium der Literatur gehören und auch noch immer in Neuauflagen auf dem Markt erscheinen. Literaturklassiker zu lesen, ist für viele Menschen mit Mühsal verknüpft und sie scheuen davor zurück, dass die Lektüre zu anspruchsvoll und anstrengend sein könnte. Doch ist es durchaus lohnenswert, sich auch einmal den Klassikern zuzuwenden, denn sie bilden die Grundlage für vieles, was in Literatur und Kultur nachfolgte und werden dem Leser so einige Aha-Erlebnisse bescheren.

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Berühmte Schriftsteller und ihre Werke

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Es gibt Namen berühmter Schriftsteller, die sind wohl jedem geläufig. Doch auch, wenn die Namen und womöglich einige Titel der wichtigsten Werke bekannt sind, so wissen viele Menschen nicht viel mehr über den Autor und seine Bücher. Dabei gehören diese Autoren zur Kultur und Geschichte eines Landes und haben wesentlich zur kulturellen Identität beigetragen. Gerade Deutschland als Land der Dichter und Denker hat einige besonders einflussreiche und berühmte Schriftsteller hervorgebracht, die bis heute nichts von ihrer Wichtigkeit und Bedeutung verloren haben.

Berthold Brecht – Der Kritische

Berthold Brecht wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren und gilt als Begründer des Epischen Theaters. Er war ein wichtiger Dramatiker und Lyriker und erlebte beide Weltkriege mit, was ihn und sein Werk nachhaltig prägte. Während der Nazizeit musste er wegen seiner regimekritischen Arbeit ins Exil fliehen, doch nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er zurück nach Deutschland, wo er 1956 starb. Zu seinen bekanntesten Werken zählt das Anti-Kriegs-Stück „Mutter Courage und ihre Kinder“ oder auch „das Leben des Galilei“.

Franz Kafka – Der Einsame

Zu Lebzeiten war Franz Kafka weniger bekannt. Er wurde am 3. Juli 1883 in Prag als Sohn eines reichen jüdischen Kaufmanns geboren und studierte dort auch Germanistik und Jura. Bereits in jungen Jahren erkrankte er schwer an Kehlkopftuberkulose und starb 1924. Kafka fühlte sich immer einsam und unverstanden und wollte laut Testament nicht, dass seine Werke und Gedichte veröffentlicht wurden. Doch sein Freund Max Brod handelte gegen seinen Willen und so erreichten seine Werke wie „Die Verwandlung“, „Das Urteil“ oder „Der Prozess“ Weltruhm. Er hatte eine formal und inhaltlich einzigartige Schreibweise und hat noch immer eine Sonderstellung innerhalb der Literatur inne.

Johann Wolfgang von Goethe – Der Superstar

Goethe wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren und gilt als einer der bedeutendsten Autoren überhaupt. Er wurde von den Eltern und zahlreichen Privatlehrern erzogen und begeisterte sich schon in jungen Jahren für Theater und Literatur. Während des Jurastudiums in Leipzig wurde er zu seiner Tragödie „Faust“ inspiriert. Später machte Goethe als Rechtsanwalt Karriere, wurde zum Finanzminister ernannt und in den Adelsstand erhoben. Goethe hatte viele Frauen und diese inspirierten ihn in seinen Werken. Er prägte Sturm und Drang und die Weimarer Klassik zusammen mit Schiller. Seine Werke, darunter auch „die Leiden des jungen Werther“ oder „Götz von Berlichingen“ gehören noch heute zu den meist-gelesenen in der Schule und werden an vielen Theaters bis heute gespielt.

Thomas Mann – Der Disziplinierte

Am 6. Juni 1875 wird Kaufmannssohn Thomas Mann in Lübeck geboren. Schon als Schüler schreibt er Prosaskizzen und Aufsätze, um sich später ganz der Schriftstellerei zu widmen. Als 1901 sein bekanntestes Werk „Buddenbrooks“ erscheint, ist die Kritik begeistert und später bekommt er dafür sogar den Nobelpreis für Literatur. Doch im Gegensatz zu seinem Bruder Heinrich Mann, der ebenfalls ein berühmter Schriftsteller ist, vermeidet Thomas Mann zunächst gesellschaftskritische Inhalte. Er thematisiert vielmehr die Gegensätze von Leben und Kunst. Erst im Zuge des Nationalsozialismus wird Thomas Mann politisch, was zur Folge hat, dass er ins Exil flüchten muss.

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